Wie saugt man eigentlich … GFK?

Am besten direkt an der Absaugstelle! Denn die GFK-Verarbeitung ist in hohem Maße Handarbeit, was bedeutet, dass Menschen in der unmittelbaren Nähe sind und GFK-Stäube gesundheitsgefährdend sind.

GFK enthält heute zwar keine krebserregenden Stoffe mehr. Aber bei der Bearbeitung, insbesondere beim Schleifen, entstehen feine Faserstäube, die teilweise lungengängig sind. Das heißt: Ihr Durchmesser ist kleiner als 3 μm und die Länge unter 5 μm. Diese feinen Stäube belasten die Atemwege. Sie dringen bis in die Lungenbläschen (Alveolen) und setzen sich dort ab. Häufigeres Einatmen dieser Feinstäube kann zu chronischen Erkrankungen (COPD, chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) führen.


Wie man GFK-Stäube am besten absaugt, zeigt ein Blick in die Rotorblattfertigung eines führenden europäischen Herstellers von Windkraftanlagen. Die bis zu 75 Meter langen Rotorblätter entstehen hier aus GFK-Halbzeugen und erhalten in Schleifprozessen die gewünschte perfekte Kontur mit glatter Oberfläche.


Für diese Aufgabe nutzt das Unternehmen ausschließlich Handschleifmaschinen mit integrierter Absaugung. Der Schleifstaub wird direkt an der Entstehungsquelle abgesaugt und über lange Schläuche einem Ruwac-Sauger in Staub-Ex-Version (Zone 22) zugeführt. Das gilt ebenso bei anderen Bearbeitungsprozessen wie Sägen und Bohren. Intensives Schleifen ist auch bei der Kantenbearbeitung erforderlich, hier fallen neben Staub auch Späne und Grate als Sauggut an.
Die direkte Absaugung beugt nicht nur Gesundheitsrisiken der Mitarbeiter vor. Sie verhindert auch, dass sich Schleifstaub auf der Oberfläche der Rotorblätter ablagert und deren Qualität beeinträchtigt. Und die Integration ins Werkzeug sorgt für ergonomisches Arbeiten.